19 | 05 | 2012
Lernen mit Kopf und Hand

Neue Kooperation: Ohetalschüler besuchen ein Mal die Woche die Beruflichen Schulen

Lernen mit Kopf und Hand
Frielendorf. An vier Tagen in der Woche steht für zwölf junge Leute der Ohetalschule Verna Deutsch, Englisch und Mathe auf dem Stundenplan. Einen Tag verbringen die Hauptschüler jedoch in der Metallwerkstatt und der Küche der Beruflichen Schulen in Ziegenhain. Und das hat einen guten Grund. Eine neue Kooperation zwischen den Institutionen soll den jungen Leuten den Übergang zwischen Schule und Berufsschule erleichtern.

Lehrerin Inge Gerlach-Wiegand betreut das Projekt von Seiten der Ohetalschule und zieht nach einem halben Jahr eine positive Bilanz: „Wenn Schüler plötzlich die Berufsschule besuchen sollen, fühlen sie sich oft unsicher und werden mit viel Neuem konfrontiert“, sagt sie. Die Kooperation biete den Schülern die Möglichkeit, die Praxiseinrichtungen zu nutzen, sich selbst zu erproben und Fähigkeiten zu erwerben. Das Angebot können die Jugendlichen als Wahlpflichtunterricht belegen.

Schwellenangst abbauen
Karl Weinreich, Leiter der Beruflichen Schulen, ist der Meinung, dass alle von dem Zusammenschluss profitieren. „Schwellenangst wird abgebaut, die Motivation durch Erfolgserlebnisse gesteigert“, sagt er. Das Ganze sei natürlich nicht ganz uneigennützig. „Wir denken an unsere zukünftige Klientel, die es vom Angebot der Schule zu überzeugen gilt.“ Für seine Berufsschulkollegen sei es kein Problem, die Hauptschüler in den Unterricht zu integrieren.


Die Leiterin der Ohetalschule Ingred Eckhardt hat beobachtet, dass die Schüler mit ihren Aufgaben wachsen. „Ausflüge in die Praxis können wir an unserer Schule so umfassend nicht bieten“, sagt sie. Inge Gerlach-Wiegand formuliert das Angebot pragmatisch: „Hier sind die jungen Menschen mit Kopf und Hand gefordert.“ Dafür würden die Schüler sogar weitere Anfahrtswege in Kauf nehmen. „Einige müssen wesentlich früher aufstehen und sind oft erst am Nachmittag wieder zuhause“, erläutert sie.
Im kommenden Schulhalbjahr soll das Angebot erweitert werden. Dann können über 20 Schüler den Berufsschulalltag kennen lernen. Alle Kursteilnehmer bekommen zum Abschluss eine Beurteilung. „Die kann bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sehr hilfreich sein“, sagt Gerlach-Wiegand.

 
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